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Was ist das KVWL-Umweltmobil?
Den häuslichen Umweltbelastungen auf der Spur...
Schadstoffe, die unser Wohnumfeld und damit unsere Gesundheit beeinträchtigen bzw.
schädigen, sind in vielen Produkten und Gegenständen des täglichen
Bedarfes enthalten.
Aufgrund der stetig steigenden Anzahl an Patienten, die mit
Symptomen, welche auf solche Umweltgifte zurückgeführt werden können,
den Arzt aufsuchen, sah sich die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
(KVWL), in Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen veranlasst,
eine mobile Untersuchungseinrichtung anzubieten.
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Das Umweltmobil bietet mit tragbaren Analysegeräten zur Vor-Ort-Analyse, sowie
Probenahmesystemen zur differenzierten Innenraumuntersuchung unserem, in Umweltfragen erfahrenen Ingenieur
die Möglichkeit ihre Wohnung vor Ort auf Umweltgifte zu untersuchen.
Verordnet werden kann das Umweltmobil, bei Verdacht auf gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Schadstoffe im häuslichen Umfeld, von umweltmedizinisch erfahrenen Ärzten
Das sollten sie zum Einsatz des Umweltmobiles wissen:
1. Wann kann ich das Umweltmobil anfordern?
Grundsätzlich können sie, wenn Sie an Krankheitssymptomen leiden, die auf Wohnraum- und Umweltgifte zurückzuführen
sind das Umweltmobil anfordern.
2. Wie kann ich den Auftrag erteilen?
Sie können können eine Wohnungsbegutachtung per Auftragsformular
bei allen berechtigten Ärzten veranlassen.
3. Mit welche Kosten muss der Versicherte
rechnen?
Die Anfahrt des
Umweltmobiles und die Wohnungsinspektion ist für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen in Westfalen-Lippe
kostenlos.
Wir beraten Sie gerne bei weiteren Fragen oder konkreten Verdachtsfällen.
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Mit welchen Schadstoffe in der Wohnung muss
ich rechnen?
Ganz anders als bei rauchenden Schornsteinen oder Auspuffen, bei denen
man eine Rauchentwicklung sehen oder gar riechen kann, ist die Ausgasung
vieler Umweltgifte in der Wohnung nur mit geeigneten Messgeräten
feststellen. Unter Ausgasung versteht man die - für den Bewohner einer
betroffenen Wohnung meist unbemerkte - Abgabe von Schadstoffen aus
Möbeln, Teppichen oder Farben. Die Schadstoffe werden den Produkten
schon bei der Fertigung zugeführt und sie können unter Umständen zu Gesundheitsbeeinträchtigungen und -schädigungen
führen. Um ihre Gesundheit und die Gesundheit ihrer Familie zu schützen,
bietet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) ihnen die
Möglichkeit, ihre Wohnung von einem erfahrenen Umweltingenieur auf
Schadstoffe prüfen zu lassen.
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Welche Beschwerden durch Formaldehyd
verursacht?
Kopfschmerzen, Reizungen der Schleimhäute und der Augen sowie
Atemwegserkrankungen sind die häufigsten durch Formaldehyd verursachten Beschwerden sind.
Die Symptome treten während des Aufenthaltes in
entsprechend belasteten Innenräumen auf, lassen jedoch meist in kurzer Zeit
- wenige Stunden bis Tage - nach, sobald der belastete Bereich gemieden
wird.
Eine Vielzahl von Faktoren (z.B. der Menge von Spanplatten im Raum, der Raumlüftung, der Temperatur und Feuchtigkeit der Luft sowie der Oberflächenbeschaffenheit der
Spanplatten) beeinflusst dabei die Belastung der Raumluft durch Formaldehyd.
Unter Umständen kann das
"Ausgasen" des Formaldehyd - da es ein Bestandteil des Bindemittels in Spanplatten
ist - über Jahrzehnte anhalten und dann zu den oben genannten Beschwerden führen.
Vorkommen:
Formaldehyd wird sehr häufig bei der Herstellung von Spanplatten eingesetzt. Seltener auch in Kunststoffschäumen wie z.B. aus Schaumrücken von Teppichböden.
Auch Kosmetika und Reinigungsmittel können Formaldehyd enthalten. Bei Verbrennungsprozessen, insbesondere z.B. beim Rauchen, gelangt Formaldehyd in unsere Umwelt.
Welche Beschwerden werden durch Schimmelpilze
verursacht?
Infektionskrankheiten u.a. der Atemwege sind, insbesondere bei abwehrgeschwächten Personen, bei Kleinkindern und älteren Menschen
häufig die Ursache von Schimmelpilzbefall in der Wohnung. Auch allergische Reaktionen wie Hautreizungen aber auch
Kopf- und Gelenkschmerzen sind oft Warnzeichen.
Vorkommen:
Der Befall mit Pilzen und Bakterien wird durch nachhaltige Feuchtigkeit
und mangelnde Belüftung verursacht. Dies kann z.B. durch eines
Wasserschaden, fehlerhafte Baumaterialien, falsche Bauweise oder
falscher Lüftung begünstigt werden. Dieser Befall ist in manchen Fällen sichtbar, in manchen Fällen nur "riechbar" und zum Teil leider völlig versteckt.
Welche Beschwerden werden durch Holzschutzmittel
verursacht?
Da die Ausgasungen von Holzschutzmitteln über die Atemwege aufgenommen
werden treten häufig Reizerscheinungen an den Schleimhäuten und Atemwegsbeschwerden
auf. Weitere mögliche Symptome sind Nerven- und Gelenkschmerzen, eine Schwächung des Abwehrsystems,
Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Konzentrationsmangel.
Vorkommen:
Holzschutzmittel sollen den unerwünschten Befall des Holzes im Innen- und Außenbereich
mit Pilzen oder Insekten verhindern. Neben einer Vielzahl weiterer Stoffe
sind die Stoffe Pentachlorphenol (PCP) und Lindan wohl die bekanntesten.
Wichtige Faktoren für die Konzentration der "Ausgasungen" von Holzschutzmitteln in der Innenraumluft
sind u.a. die Menge der angewandten Substanzen, die Größe der behandelten Fläche, aber auch
die Raumtemperatur.
Holzschutzmittel können noch viele Jahre nach dem Aufbringen ausgasen und die Gesundheit beeinträchtigen.
Welche Beschwerden werden durch Organische Lösungsmittel
verursacht?
Nervenreizungen, Schwindelgefühle bzw. Gleichgewichtsstörungen bis hin zu Sprach- und
Sehstörungen können Symptome einer Aufnahme von Lösungsmitteln über die Atemwege oder durch die Haut
sein. Bei einer längeren Belastung mit diesen Schadstoffen können auch Organschädigungen, insbesondere der Leber und Nieren, aber auch Veränderungen des Blutbildes auftreten.
Vorkommen:
Die verschiedensten Industrieprodukte (z.B. Farben, Lacke, Kleber,
Reinigungsmittel, Farbstifte, Abbeizmittel oder Baustoffe) enthalten zum Verdünnen und zur besseren Verarbeitung
gesundheitsschädliche
Lösungsmittel.
Welche Beschwerden werden durch Asbest, Mineralfasern und Glaswolle
verursacht?
Im Normalfall lösen
Asbest und künstliche Mineralfasern in Wohnräumen keine direkten Beschwerden aus.
Seit Jahren ist allerdings bekannt, das Asbest, soweit Fasern einer bestimmten Struktur in erhöhten Konzentrationen vorkommen, als Risikofaktor für Lungen krebs
gilt. Den gleichen Verdacht hegt man auch bei künstlichen Mineralfasern diskutiert, wobei eine abschließende Beurteilung noch aussteht.
Während der Verarbeitung von Glaswolle oder kurz danach, können Reizungen, wie Hautjucken, Niesanfälle
usw. auftreten.
Vorkommen:
Früher wurde Asbest als Dämmmaterial zum Wärme-, Brand- und Schallschutz vielfältig eingesetzt. Im Wohnbereich diente Asbest hauptsächlich zur Isolierung von Nachtspeicheröfen.
Künstliche, mineralische Fasern und Glaswolle dienen als Dämmmaterialien in Decken, Fußböden, Wänden und als Dachisolierung.
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Welche Stoffe können dem Menschen sonst
noch schaden?
Neben den einzeln aufgeführten Stoffen und Stoffgruppen, steht die abschließende Bewertung
von vielen
weiteren Schadstoffe im Haus, aber auch im Trinkwasser und in
Lebensmitteln, die zumindest im Verdacht stehen, direkt oder indirekt
Beschwerden auszulösen zum Teil noch aus.
Die neuen Erkenntnisse, die Laufe der Zeit hinzukommen, werden mit Sicherheit
in die Arbeit der Fachleute des KV-Umweltmobils einfließen.
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Wann soll ich mit meinem Arzt sprechen?
Wenn Sie meinen, dass Sie an einer der hier genannten Krankheitssymptome leiden, die möglicherweise auf Wohnraum- und Umweltgifte zurückzuführen sind,
suchen Sie Ihren Arzt auf. Dieser wird Sie ggf. an einen umwelt-medizinisch erfahrenen Kollegen überweisen.
Nach einer Untersuchung durch ihren Umweltarzt und bei einem begründetem Verdacht,
wird dieser das Umweltmobil zur Untersuchung Ihrer Wohnung für Sie beantragen.
Ihre gesetzliche Krankenkasse in Westfalen-Lippe übernimmt die Kosten der
Untersuchung.
Bei seinem Besuch wird der zuständige Umweltingenieur zunächst folgende Arbeitsschritte
durchführen:
- In den meisten Fällen genügt diese bereits eine Wohnungsinspektion (Teppiche, Möbel, Wandfarben
etc.) um Belastungsursachen zu finden und abzustellen.
- Ggf. sind die Messung von Temperatur und relativer Luftfeuchte,
sowie eine Probenahme ausgewählter Materialien die nächsten
Schritte.
Sofern notwendig wird Ihnen der Ingenieur am Ende der Untersuchung
Empfehlungen zu technischen Sofortmaßnahmen bzw. zu bereits vollständig erkennbarem Sanierungsbedarf geben.
Die Ergebnisse und weitere Vorgehensweise besprechen
sie dann mit Ihrem
behandelnden Arzt, dem der Bericht des Umweltingenieurs mitgeteilt wird.
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